Malin: Schwerpunkt Nyckelharpabau
Dieses Instrument ist das erste, das nach eigenen Bauplänen entsteht. Die Formgebung des Korpus orientiert sich an alten Nyckelharpamodellen (Silverbas-/Kontrabasharpa), während es bautechnisch aber der materialsparenden Gamben- und Gitarrenbautradition folgt. Ein besonderes ästhetisches und funktionales Detail sind die in die unteren Eckklötze gesteckten Unterzargen: inspiriert vom innovativen Geigenbau Fridolin Ruschs.
Es werden ausschliesslich regional heimische Hölzer verbaut: Fichte, Ahorn, Nussbaum.
Da in der Schweiz kein Birkenholz zu finden ist, das die Eigenschaften skandinavischer Birken aufweist, habe ich für die Tastatur mit einer Reihe Hölzern experimentiert. Kriterien waren Gewicht, Belastbarkeit, Formstabilität, Bearbeitbarkeit mit dem Schnitzmesser, Optik. Getestet wurden Ahorn, Weissbuche, Weide, Pappel, Esche. Ausgeklammert wurden trotz möglicher Eignung Buche und Eiche, da der bei Bearbeitung anfallende Staub sehr unangenehm ist.
Trotz der offenporigen Optik, die vielleicht nicht allen gefällt (mir gefällt sie), werde ich bei den ersten Instrumenten mit Esche arbeiten, die ich durch Tonewood Florinett AG thermobehandeln liess und die dadurch eine wunderschöne goldbraune Färbung erhielt.
Gerne hätte ich auch Speierling getestet, da das Holz homogen, edel und formstabil ist. Diese Baumart ist aber in der Schweiz nur noch sporadisch zu finden. Es gibt jedoch Bemühungen, den Speierling aufmerksamer zu beobachten und ihm Platz zu geben, da er mit den durch Klimawandel sich verstärkenden Hitze- und Trockenperioden gut zurechtkommt, und er so eine wichtige Rolle in der Walderhaltung einnehmen könnte.
Weiterführend: Geschichtlicher Abriss über die Nyckelharpa.